KI und Ihr Sicherheitsniveau

KI verändert Ihr Risiko — auch wenn Sie keine einsetzen.

Die Frage „Was macht KI mit unserer Sicherheit?“ hat keine einzelne Antwort. KI verschiebt Ihr Sicherheitsniveau in drei Richtungen gleichzeitig — und über eine davon entscheiden Sie nicht mit.

Diese Seite sortiert, was davon für ein Unternehmen mit 50 bis 250 Mitarbeitenden tatsächlich zählt.

Der Rahmen

Drei Richtungen, nicht eine.

Die meisten Diskussionen über KI und Sicherheit werfen diese drei Dinge zusammen und kommen deshalb zu keinem Ergebnis. Getrennt betrachtet wird schnell klar, was dringend ist und was warten kann.

Richtung 1 – von Aussen

Was sich für Angreifer geändert hat

Nicht die Angriffsart ist neu. Neu ist, dass die Hürden weggefallen sind, an denen Ihre Mitarbeitenden einen Angriff bisher erkannt haben.

der Phishing-Angriffe werden in aktuellen Auswertungen für 2026 als KI-gestützt eingeordnet. Formulierung und Tonfall sind kaum noch von echter Geschäfts-korrespondenz zu unterscheiden.

Branchenauswertung 2026

der Internetnutzenden in Deutschland trauen sich zu, KI-erzeugte Inhalte zu erkennen. Ein Drittel hat noch nie eine Prüfmaßnahme angewendet — die Selbsteinschätzung liegt deutlich über dem tatsächlichen Verhalten.

BSI-Cybersicherheitsmonitor 2026

Mitarbeitende sind für CEO-Fraud eine besonders dankbare Größe: kurze Kommunikationswege, wenige Kontrollinstanzen — und die Buchhaltung kennt die Geschäftsführung persönlich.

Lagebilder zu Deepfake-Betrug im Mittelstand

Die Heuristik, die nicht mehr trägt

Genau dieser Satz war fünfzehn Jahre lang die wirksamste Awareness-Regel im Mittelstand — und er ist seit etwa zwei Jahren wertlos. Wer Awareness-Schulungen noch auf Rechtschreibfehler, falsche Anreden und krude Formulierungen stützt, trainiert ein Erkennungsmerkmal, das es nicht mehr gibt.

Was stattdessen trägt: Prüfwege statt Textmerkmale. Ein Rückrufverfahren über eine bekannte Nummer erkennt auch eine perfekt geklonte Stimme.

Richtung 2 – im eigenen Haus

Sechs Risiken, die klassische Schutzmaßnahmen nicht abdecken.

Die Einordnung folgt den OWASP Top 10 für LLM-Anwendungen (Ausgabe 2025), übersetzt in die Situation eines Unternehmens Ihrer Größe. Nicht alle sechs treffen jeden — aber jeder sollte wissen, welche davon auf ihn zutreffen.

LLM01 · PROMPT INJECTION

Ein Sprachmodell unterscheidet nicht zuverlässig zwischen Ihrer Anweisung und Text, den es verarbeiten soll. Wer Inhalte in Ihr System einschleusen kann, kann Anweisungen einschleusen.

Was hilft: Eingaben aus unsicheren Quellen kennzeichnen, Ausgaben nicht ungeprüft weiterverarbeiten, kritische Entscheidungen nicht allein am Modell aufhängen.

LLM02 · DATENABFLUSS

Jede Eingabe in einen öffentlichen Dienst ist eine Datenübermittlung an einen Dritten. Bei kostenlosen Tarifen häufig verbunden mit einer Nutzung zu Trainingszwecken.

Was hilft: Freigegebene Dienste mit Auftragsverarbeitung bereitstellen und nicht freigegebene technisch eingrenzen. Ein Verbot ohne Alternative erzeugt Schatten-IT.

LLM08 · VEKTOR- & EMBEDDING-SCHWÄCHEN

Der am häufigsten unterschätzte Punkt. Wird ein Suchindex über Ihre Dokumente gebaut, übernimmt er die Berechtigungen des Dateisystems nicht automatisch mit.

Was hilft: Berechtigungen vor dem Indexieren klären, nicht danach. Zugriffsrechte müssen bis in die Abfrage durchgereicht werden.

LLM06 · EXCESSIVE AGENCY

Sobald ein KI-System nicht nur antwortet, sondern handelt — Mails versendet, Datensätze ändert, Bestellungen auslöst — wird aus einem Fehlurteil eine Handlung.

Was hilft: Kleinstmögliche Rechte, Bestätigungsschritt vor allem, was Geld oder Daten bewegt, und Protokollierung jeder ausgelösten Aktion.

LLM03 · LIEFERKETTE

KI-Werkzeuge werden selten allein installiert. Dazu kommen Erweiterungen, Konnektoren und Modelle aus offenen Quellen — jeweils mit eigenem Zugriff und eigener Herkunft.

Was hilft: KI-Werkzeuge wie jede andere Software behandeln: Freigabeprozess, Herkunftsnachweis, Aufnahme ins Inventar.

LLM05 · UNGEPRÜFTE AUSGABEN

Was ein Modell ausgibt, ist unstrukturierter Text — auch dann, wenn es wie Code, wie eine Datenbankabfrage oder wie eine fertige Antwort aussieht.

Was hilft: Ausgaben wie Benutzereingaben behandeln: validieren, maskieren, nie ungeprüft ausführen oder versenden.

Der teuerste Denkfehler

„Die Daten bleiben doch bei uns.“

Stimmt — und schützt trotzdem nicht. Eine unternehmenseigene Wissenssuche kann vollständig in Ihrem Rechenzentrum laufen und dennoch dafür sorgen, dass jeder alles findet.

Der Grund ist unspektakulär: Ihre Dateiberechtigungen sind über fünfzehn Jahre gewachsen. Niemand weiß mehr vollständig, wer auf welche Ablage Zugriff hat — solange niemand fragt. Eine Wissenssuche fragt zum ersten Mal systematisch nach.

Deshalb ist das Berechtigungskonzept keine Nacharbeit für ein KI-Projekt. Es ist die Voraussetzung dafür. In der Praxis ist es der Punkt, an dem die meisten Projekte länger dauern als geplant — und der Punkt, an dem ein KI-Vorhaben nebenbei ein Altproblem aufräumt.

Einordnung

Was das für Ihr Managementsystem heißt.

Die gute Nachricht für alle, die bereits ein ISMS betreiben: KI erzeugt kein zweites Managementsystem. Sie erweitert das bestehende an vier Stellen.

Inventar

Ihr Verzeichnis der Werte bekommt eine neue Kategorie: eingesetzte KI-Dienste, mit Zweck, Datenkategorien und verantwortlicher Rolle. Ohne dieses Verzeichnis lässt sich keine der anderen drei Fragen beantworten.

Zugriff

Das Berechtigungskonzept muss bis in die KI-Anwendung durchgreifen — und nicht an der Stelle enden, an der ein Index gebaut wird.

Lieferanten

KI-Anbieter sind Auftragsverarbeiter. Vertragslage, Speicherort und die Frage, ob Ihre Eingaben zum Training verwendet werden, gehören in dieselbe Bewertung wie jeder andere Dienstleister.

Awareness

Ihre Schulung braucht zwei neue Kapitel: was nicht in einen Prompt gehört und wie man einen Angriff erkennt, der sprachlich fehlerfrei ist.

Kommt eine Zertifizierung nach ISO/IEC 42001 als KI-Managementsystem infrage? Für Unternehmen Ihrer Größe in aller Regel noch nicht — der Aufwand steht selten im Verhältnis. Die vier Punkte oben lassen sich dagegen im bestehenden ISMS abbilden, ohne ein neues Regelwerk aufzubauen.

Standortbestimmung

Fünf Fragen an Ihre IT.

Keine Skala, kein Score. Nur fünf Fragen, die sich entweder beantworten lassen oder nicht.

Wenn Sie bei zwei oder mehr Fragen zögern, ist das kein Versäumnis — es ist der Normalzustand in dieser Unternehmensgröße. Es ist nur ein guter Anlass, die Fragen einmal geordnet zu beantworten.

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Vorhandene Werkzeuge, auf KI angewendet.

Für keinen dieser Punkte braucht es eine neue Produktkategorie. Es braucht die bekannten Security-Verfahren — angewendet auf eine Technologie, die neu ist.

Und wenn Sie loslegen wollen

Sicherheit ist eine von drei Fragen

Die zweite lautet, wo sich KI bei Ihnen überhaupt rechnet. Die dritte, wer im Haus was können muss. Alle drei beantworten wir im Starter-Checkup — remote, in zwei kurzen Terminen.


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KI-Starter-Checkup

Kostenfrei: 60 Minuten Analyse remote, danach 30 Minuten Ergebnisdarstellung. Drei Automatisierungskandidaten aus Ihrem Haus, eine Governance-Lückenliste und eine Kompetenzmatrix – als Ergebnispapier, das bei Ihnen bleibt.

Optionales Zusatzmodul

Messen statt fragen.

Jeder KI-Check am Markt fragt Sie, welche KI-Werkzeuge Sie einsetzen. Das Problem: Die ehrlichste Antwort darauf lautet meistens „das wissen wir nicht genau“.

Als Security-Haus können wir an dieser Stelle etwas anderes anbieten. Auf Wunsch werten wir im Anschluss an den Checkup die Protokolldaten aus, die Ihre Firewall und Ihr Proxy ohnehin schon erzeugen — und zeigen Ihnen, welche KI-Dienste aus Ihrem Netz tatsächlich angesprochen werden, von wie vielen Systemen und in welchem Umfang.

Das ist keine Überwachung einzelner Mitarbeitender, sondern eine aggregierte Auswertung auf Dienst- und Abteilungsebene. Umfang, Rechtsgrundlage und Beteiligung des Betriebsrats stimmen wir vorher schriftlich ab.

Üblicher KI-CheckNetUSE Stufe 2
Selbstauskunft im FormularAuswertung realer Netzdaten
Ergebnis: Reifegrad-ScoreErgebnis: Liste genutzter Dienste
Blinder Fleck bei Schatten-ITGenau dort liegt der Fund
Empfehlung endet beim PapierDurchsetzung technisch möglich

Wenn Sie weitermachen wollen

Was aus dem Checkup werden kann

Der Checkup verpflichtet zu nichts. Falls Sie umsetzen wollen, sind das die vier Wege, die sich aus den Ergebnissen typischerweise ergeben.

Warum NetUSE

Wir kommen von der Sicherheit her.

Das ist bei KI kein Nachteil, sondern der Unterschied zwischen einem Piloten und einem Verfahren, das den nächsten Audit übersteht.

Vertiefung

Und was macht das mit unserer Sicherheit?

Die häufigste Rückfrage im Erstgespräch — und die, bei der die meisten Antworten am Markt zu kurz greifen. Wir haben sie auf einer eigenen Seite sortiert.


KI und Sicherheitsniveau

Warum KI Ihr Risiko in drei Richtungen gleichzeitig verschiebt, welche davon bereits für Sie gilt – auch ohne eigenes KI-Projekt – und welche sechs Risiken klassische Schutzmaßnahmen nicht abdecken.

Häufige Fragen

Bevor Sie buchen.

01

Wir haben noch gar keine KI im Einsatz. Ist das zu früh?

02

Wer sollte von unserer Seite dabei sein?

03

Müssen wir vorher Daten oder Zugänge herausgeben?

04

Was gilt beim EU AI Act für ein Unternehmen unserer Größe?

05

Wie schnell bekommen wir einen Termin?

NetUSE Managed Services